Presseaussendung: “Erster Hackathon für eine Welt ohne Barrieren an der TU Graz”

Presseaussendung: “Erster Hackathon für eine Welt ohne Barrieren an der TU Graz”

Am 5. und 6. Juli 2018 fand an der Technischen Universität Graz erstmalig ein Hackathon zum Thema “barrierefreie Technologien” statt.

Unter dem Motto “Hackathon for a world without barriers” entwickelten rund 20 Studierende innerhalb von zwei Tagen in kleinen, interdisziplinären Teams innovative Software- und Hardwarelösungen für den Alltag blinder und sehschwacher Menschen. Das Besondere an diesem Hackathon war die Tatsache, dass die Zielgruppe des Hackathons vor Ort anwesend war: Insgesamt acht blinde und sehbeeinträchtigte Menschen stellten sich selbst sowie ihre Herausforderungen und Bedürfnisse im Alltag vor und agierten somit als thematische Inputgeber für den Hackathon. Weiters standen sie den Studierenden bei der Entwicklung zur Seite, indem sie die iterativ entwickelten Prototypen laufend testeten und wertvolle Ratschläge und Tipps zur Realisierung gaben.

Das Ergebnis zweier Tage an intensiver Hackathon-Arbeit darf sich sehen lassen: Entstanden sind sechs Prototypen von Apps und Tools, die konkret auf die Bedürfnisse von blinden Menschen eingehen und somit als nützliche Helfer ihren Alltag erleichtern.

So zum Beispiel “ShopSee” – eine Android App, die anhand einer intelligenten Einkaufsliste ein effizientes, sprachgesteuertes Navigieren und Einkaufen in Supermärkten ermöglicht. Oder “SwimBack” – einer App für die Apple-Watch, die blinde Menschen beim Schwimmen in verschiedenen Gewässern akustisch und haptisch bei der Orientierung unterstützt. Eine weitere App namens “HelpingHand” setzt auf die lokale Community und matched bei Bedarf freiwillige Helfer mit blinden Menschen, die Hilfe bei einer Tätigkeit brauchen. Die iOS-App “Navigeye” lotst blinde Menschen durch Nutzung von Live-Daten der Holding Graz und iBeacons zu den richtigen Haltestellen in Graz und erleichtert so das Reisen und Umsteigen in öffentlichen Verkehrsmitteln. Neben diesen Apps wurden auch Software-Tools und Hardware-Lösungen entwickelt: Wie zum Beispiel “GuideDoggo” – ein modulares Baukastensystem mit dem Sehende verschiedene Wege zu öffentlichen Plätzen oder Räumen entsprechend für nichtsehende Menschen “audifizieren” können. Und “OOPS – on/off [speech controlled] power switch” steht für eine sprachgesteuerte Steckdose, mit der man elektrische Geräte wie Staubsauger oder Fön mit individuellen Sprachbefehlen ganz einfach “hands-free” ein- und ausschalten kann.

Auch bei der finalen Präsentation der entwickelten Lösungen wurde von den Studierenden darauf geachtet, ihre Lösungen nicht nur rein visuell, sondern auch akustisch und verständlich für alle Anwesenden vorzustellen. Anschließend zeichnete die Jury, die sich aus den Anwendern der entwickelten Lösungen – nämlich den blinden Menschen selbst- zusammensetzte, alle teilnehmenden Teams mit Preisgeld und viel Applaus aus.

Mit dem Hackathon ist es somit nicht nur gelungen, Studierende für das wichtige Thema Accessibility zu sensibilisieren, sondern auch blinden Menschen eine Plattform für ein Zusammenarbeiten mit Studenten zu bieten, mit denen sie gemeinsam an einer barrierefreien Zukunft arbeiten konnten  - und dies auch weiterhin tun werden können, denn die beim Hackathon entwickelten Prototypen sollen in weiterer Folge auch im Rahmen von Abschlussarbeiten und durch Gründung von Start-Ups und Spin-offs weiterentwickelt werden.

Der “Hackathon for a world without barriers” wurde vom Arbeitskreis “Ecobility barrierefreie Wirtschaft” der WKO Steiermark/UBIT in Kooperation mit  der Technischen Universität Graz (Institute of Interactive Systems and Data Science sowie  Institute of Neural Engineering / Graz BCI Lab) veranstaltet.

Weiterführende Infos finden Sie auf der Event-Website: bit.ly/hack4world

Weitere Beschreibungen der entwickelten Lösungen finden Sie hier (auf Englisch).

Links zu Fotos (Copyright © Matthias Rauch MrFoto.at):

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